Apple war nicht das erste Unternehmen mit einem Bluetooth-Tracker. Anbieter wie Tile und Chipolo waren früher dran. Doch seit der Einführung des AirTag im Jahr 2021 dominiert Apple den Markt. Laut Parks Associates entschieden sich Ende 2024 69 Prozent der Käufer solcher Geräte für Apples Lösung, womit Samsungs Galaxy SmartTag auf den zweiten Platz rutschte. Mit einem neuen AirTag der zweiten Generation dürfte Apples Anteil weiter wachsen. Doch wie funktionieren diese Tracker eigentlich?
Beide bieten 27 Zoll und 5K, zwischen ihnen liegen aber 700 Euro Preisunterschied. Was der BenQ besser kann, was er vermisst lässt und für wen er die richtige Wahl ist: unser ausführlicher Test.
Im Kern ist die Technik vergleichsweise einfach. AirTags arbeiten als Bluetooth-Low-Energy-Sender und geben ein sicheres Signal ab. Um die Batterie zu schonen, senden sie dieses Signal in der Regel alle drei bis fünf Minuten, manchmal auch im Minutentakt. Wie häufig gesendet wird, hängt vom Standort ab. Nahegelegene Apple-Geräte, die mit dem „Wo ist?“-Netzwerk verbunden sind, empfangen diese Signale. Je mehr Geräte sich in der Umgebung befinden, desto häufiger werden Standortdaten übermittelt.
Ultrabreitband-Technologie
Sobald ein Apple-Gerät ein AirTag erkennt, übermittelt es dessen Standort an die iCloud. Der Besitzer kann diesen dann in der „Wo ist?“-App auf einer Karte sehen. AirTags greifen dabei auf ein riesiges, gemeinschaftlich genutztes Netzwerk aus Hunderten Millionen Apple-Geräten zurück. Je dichter dieses Netz ist, desto genauer lässt sich der Standort per Triangulation bestimmen. Dabei bleibt die Privatsphäre gewahrt: Alle Daten werden anonym und verschlüsselt übertragen, sodass weder die Identität des Nutzers noch sensible Informationen preisgegeben werden.

Wenn du einen Gegenstand mit AirTag verlierst, hilft die Funktion „Genaue Suche“ beim Wiederfinden. Sie wird aktiv, sobald sich dein iPhone oder iPad in Reichweite befindet, und nutzt Ultrabreitband-Technologie für eine präzise räumliche Orientierung. Die ersten AirTags arbeiteten mit Apples U1-Chip, der auch im iPhone 11 und neueren Modellen steckte (mit Ausnahme von iPhone SE und iPhone 16e). Die neue Generation verwendet den U2-Chip. Dieser kommt auch im iPhone 15, iPhone 15 Plus, iPhone 15 Pro und iPhone 15 Pro Max sowie in neueren Modellen zum Einsatz (ebenfalls mit Ausnahme von iPhone 16e) und steckt zudem in der Apple Watch Series 9 oder neuer sowie in der Apple Watch Ultra 2 oder neuer – jedoch nicht in der Apple Watch SE.
Apple ermöglicht es dir, den Standort verlorener AirTags zu teilen. Markiere einen AirTag als verloren und tippe auf „Objektstandort teilen“. Dadurch wird ein Link erstellt, den du weitergeben kannst. 50 Fluggesellschaften unterstützen diese Funktion bereits, sodass du sie auch nutzen kannst, um verlorenes Gepäck nachzuverfolgen.
Das bedeutet, dass du jetzt auch mit der Apple Watch nach einem AirTag suchen kannst – und zwar auf die gleiche Weise wie mit dem iPhone. Der UWB-Chip im AirTag nutzt ein energieeffizientes Funkprotokoll, um kurze Funksignale auszusenden, die vom UWB-Chip im iPhone oder in der Apple Watch empfangen werden. Anhand der Ankunftszeit dieser Signale lässt sich die genaue Entfernung, der Winkel und die Richtung zwischen den Geräten bestimmen. Zusätzlich greifen iPhone und Apple Watch auf Daten von Kamera, ARKit, Beschleunigungssensor und Gyroskop zurück. So wirst du mit Pfeilen, Entfernungsangaben, akustischem und haptischem Feedback zum AirTag geführt.
Der U2-Chip – und damit auch der AirTag der zweiten Generation – stellt eine deutliche Verbesserung dar. Er erweitert die Reichweite der „Genauen Suche“, die laut Apple nun „bis zu 50 Prozent größer“ ist. Konkrete Angaben zur tatsächlichen Reichweite macht Apple allerdings weder für den U1- noch für den U2-Chip, weshalb sich keine exakten Werte nennen lassen. Allgemein gilt jedoch, dass die Funktion beim ersten AirTag zuverlässig arbeitet, wenn sich ein iPhone in einem Abstand von etwa zehn bis fünfzehn Metern befindet. Daraus lässt sich für die neue Generation eine Reichweite von ungefähr fünfzehn bis zweiundzwanzig Metern ableiten.
Damit AirTags funktionieren, musst du sie zur App „Wo ist?“ hinzufügen. Beim ersten AirTag benötigst du dafür ein iPhone oder iPad mit iOS beziehungsweise iPadOS 14.5 oder neuer. Für die zweite Generation ist iOS beziehungsweise iPadOS 26 oder neuer erforderlich. Der Ablauf bleibt gleich: Halte den AirTag in die Nähe deines Geräts und tippe auf „Verbinden“.

Anschließend behältst du deine AirTags über „Wo ist?“ im Blick. Öffne den Tab „Objekte“, wähle einen AirTag aus und nutze Optionen wie „Ton abspielen“ oder „In der Nähe suchen“, um ihn zu orten. Du kannst einen AirTag auch als verloren markieren, eine Nachricht hinzufügen und deine Kontaktdaten hinterlegen, damit ein Finder dich erreichen kann.
Mit einer kompatiblen Apple Watch lassen sich AirTags ebenfalls finden. Öffne das Kontrollzentrum, tippe auf „Bearbeiten“, dann auf „Hinzufügen“, wähle „Objekte suchen“ und anschließend „AirTag suchen“. Nach dem Bestätigen erscheint die entsprechende Schaltfläche im Kontrollzentrum, über die du den Anweisungen auf dem Bildschirm folgen kannst.
Ein verbesserter Bluetooth-Chip erhöht zudem die Reichweite, in der sich Gegenstände orten lassen. Durch Änderungen am internen Aufbau des AirTag ist außerdem der integrierte Lautsprecher rund 50 Prozent lauter als beim Vorgänger und damit aus deutlich größerer Entfernung hörbar. Laut einem Teardown-Video von Joseph Taylor sitzt der Lautsprecher zudem fester im Gehäuse als bei der ersten Generation. Das erschwert Manipulationen und erhöht die Sicherheit des Geräts.
Verschlüsselter Schutz
Bist du unsicher, wie du einen AirTag der ersten und der zweiten Generation unterscheiden kannst, obwohl beide gleich groß und geformt sind? Ein genauer Blick hilft. Auf der Rückseite findest du mehrere Zeilen Text – achte dabei auf zwei Details: Beim AirTag 2 sind die Buchstaben großgeschrieben, und zusätzlich wird dort die Schutzklasse IP67 angegeben.
Apple hat auch beim neuen AirTag großen Wert auf Datenschutz gelegt. Das Gerät wurde „von Grund auf so entwickelt, dass Standortdaten privat und sicher bleiben“. Zum Schutz vor unerwünschtem Tracking setzt Apple auf verschiedene Maßnahmen, darunter plattformübergreifende Warnhinweise und regelmäßig wechselnde Bluetooth-Kennungen. Zudem arbeitet das „Wo ist?“-Netzwerk mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Ziel ist klar: AirTags sollen ausschließlich zum Auffinden von Gegenständen dienen – nicht von Personen.
Solltest du deine bisherigen AirTags ersetzen? Jein. Die erste Generation funktioniert weiterhin zuverlässig. Für bestimmte Gegenstände – etwa Schlüssel – kann jedoch die größere Reichweite der „Genauen Suche“ und der lautere Lautsprecher der neuen Generation ein Vorteil sein. In solchen Fällen bietet es sich an, zusätzliche AirTag 2 zu kaufen und die bisherigen Modelle für andere Dinge weiterzuverwenden. Die gute Nachricht: Der Preis der neuen AirTags entspricht dem der ersten Generation.

Wenn jemand bei der Mac Life Ordnung ins Chaos bringt, dann ist es Sven T. Möller – und das gleich in doppelter Hinsicht. Als Layouter gibt er jeder Ausgabe ihre unverwechselbare Gestalt, als Redakteur sorgt er dafür, dass Apple-Themen mit der nötigen Tiefe behandelt werden. Sven ist seit Mitte der 2000er Jahre an Bord und damit eines der echten Urgesteine des Teams. Smarthome beschäftigt ihn als Eigenheimbesitzer mit besonderer Ernsthaftigkeit – und gelegentlich auch Frustration. Außerdem ist er mit Leidenschaft Musikhörer, wobei „hören“ bei Sven gerne auch als „beschallen“ interpretiert werden darf: Tests etwa für Bluetooth-Lautsprecher verantwortet er, frei nach dem Motto „je größer und lauter, desto besser“. Sven ist Mitbegründer und Co-Host des Apple-Podcasts Schleifenquadrat.
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